Quantität vs. Qualität der Nachfrage - Lebenstraum Immobilien

Quantität vs. Qualität der Nachfrage

Derzeit liest man in den Medien unter anderem regelmäßig, dass die Nachfrage nach Immobilien in den Großstädten weiterhin riesig ist. Als Immobilienmakler haben wir täglich den Finger am Puls des Marktes und sagen: Stimmt einerseits und stimmt andererseits aber auch nicht. Denn Nachfrage ist nicht gleich Nachfrage – man muss unterscheiden zwischen der Quantität und der Qualität der Nachfrage.

Die Quantität der Nachfrage, also die Zahl der Anfragen auf ein Immobilienangebot, ist vergleichbar mit den Vorjahren. Aber bei der Qualität gibt es deutliche Veränderungen, die in den Statistiken nicht berücksichtigt sind. Konkret bedeutet dies, dass es deutlich mehr Anfragen, Telefonate und Besichtigungen braucht, bis ein Käufer gefunden ist. Die Ansprüche an eine Immobilie sind deutlich höher, die Verunsicherung bis zur Kaufentscheidung ist spürbar größer, der Druck in Richtung einer Kaufentscheidung merklich geringer geworden.

Während zwischen 2010 und 2013 Inflations- und Euroängste zur Flucht in den vermeintlich „sicheren Hafen namens Betongold“ und damit zu (vor-)schnellen und schon fast panischen Kaufentscheidungen geführt haben, sind Interessenten heute wieder viel entspannter und prüfen Angebote wieder genauer. Die historisch niedrigen Zinsen motivieren nach wie vor einen sehr großen Anteil der Bevölkerung, sich mit dem Wohnungs- oder Hauskauf zu befassen und in den vorhandenen Angeboten zu „stöbern“ und viele Immobilien zu besichtigen. Aufgrund des gefühlt sehr hohen Preisniveaus muss die Immobilie aber „perfekt“ sein, um die Preisvorstellungen vieler Verkäufer zu akzeptieren. Gibt es auch nur kleine, subjektiv empfundene Mängel, wie z.B. einen nicht perfekten Grundriss, die nicht perfekte Balkonausrichtung, einen nicht perfekten Sanierungszustand oder ähnliches, wenden sich die Interessenten von der Immobilie ab und suchen lieber in Ruhe weiter. Es gibt keinen Druck in Form von Inflationserwartungen oder Furcht vor bald wieder steigenden Zinsen… Man kann sich Zeit lassen mit dem Kauf, da nicht von sich bald ändernden Voraussetzungen auf den Finanzmärkten ausgegangen wird.

Die Folge: Deutlich längere Vermarktungszeiten, viele erfolglose Besichtigungen und mehr Verhandlungsmacht seitens der Käufer. Die Rolle des Maklers verschiebt sich wieder weg vom „Koordinator der Nachfrageflut“ hin zum aktiven Verkäufer. Wir freuen uns auf die veränderten Aufgaben und Herausforderungen in einem sich ständig wandelnden Markt. Umso wichtiger ist es jetzt wieder, mit dem exakt richtigen Angebotspreis in die Vermarktung zu gehen.

Gerne stehen wir Ihnen für eine detaillierte Bewertung Ihrer Immobilie zur Verfügung und freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme.